Immobilienboom 2021: Preise kennen keine Grenze

Die deutschen Immobilien-Experten mussten vor kurzem ihre eigene Zukunftsprognose bezüglich der Preisentwicklungen für Eigentumswohnungen und Häuser revidieren. Der Zentrale Immobilien Ausschuss, kurz ZIA, erwartete bereits seit drei Jahren, dass in Deutschland die Immobilienpreise bald fallen werden. Bisher kann man davon aber noch nichts bemerken.

Bedingt durch die Corona-Pandemie wurde vor allem in den Großstädten – wo die Immobilienpreise heute sehr hoch sind – erwartet, dass der anhaltende Immobilienboom endet. Nun muss jedoch festgestellt werden, dass diese Annahme ein Irrtum war. Die Auswirkungen der Corona-Krise sind auf dem Wohnungsmarkt nicht zu spüren, der Trend der vergangenen Jahre hält weiterhin an. Für Eigentümer ist das eine komfortable Situation – der Immobilienverkauf in Berlin lohnt sich, denn immer mehr Menschen wollen in die Ballungszentren.

Angebotspreise steigen stark

In der Bundesrepublik sind die Kaufpreise für Eigentumswohnungen im Zeitraum der ersten sechs Monate des vergangenen Jahres im Durchschnitt um mehr als sechs Prozent gestiegen. In Berlin war ein Anstieg der Preise um 2,9 Prozent, in Frankfurt sogar um 9,1 Prozent zu verzeichnen. Der Vergleich des zweiten Quartals des Jahres 2019 mit dem des Jahres 2020 zeigt, dass der Anstieg der Kaufpreise in Deutschland bei rund zwölf Prozent liegt.

Auch bei den Mietzahlungen mussten die deutschen Vermieter kaum Ausfälle beklagen. Unterstützungen, wie zum Beispiel das Kurzarbeitergeld, haben dazu geführt, dass sich die Einkommen der Menschen trotz Krise stabil gehalten haben. Darüber hinaus konnten viele Deutsche aufgrund des Lockdowns Geld für Shopping-Trips, Restaurantbesuche und Urlaube sparen.

Mietstundungen haben so ebenfalls nur wenige Menschen in Anspruch genommen und auch die Anzahl der Zwangsversteigerungen ist nicht merklich von der Norm abgewichen. Daneben sorgen die niedrigen Zinsen dafür, dass in den Immobilienmarkt weiter viel Geld strömt und die Preise somit nach oben getrieben werden.

Die Entwicklung der Mietpreise

Die Mieten entwickeln sich ebenfalls in ähnlichem Maße, wie vor dem Beginn der Corona-Pandemie.

Im zweiten Quartal stagnierte die Angebotsmiete zwar, dies konnte jedoch auch im Vorjahresquartal beobachtet werden. Im ersten Halbjahr sind die Mieten in den beliebten Großstädten jedoch um drei Prozent angestiegen und somit um 0,4 Prozent stärker als im Vorjahreszeitraum.

Die Auswirkungen auf Gewerbeimmobilien

Experten gehen allerdings davon aus, dass die Gewerbeimmobilien stark von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen sein werden. Schwer getroffen hat die Pandemie dabei besonders Gastronomie, Hotels und Handel. In den Fußgängerzonen in Deutschland werden so viele leerstehende Geschäfte zu finden sein, die im Gegensatz zu früheren Zeiten nicht durch die Gastronomie belegt werden können.

Als Reaktion auf diese Entwicklung ist zu beobachten, dass teilweise auch das Wohnen in den Fußgängerzonen wieder zunimmt – jedoch vorrangig in den oberen Stockwerken. Es wird demnach wohl eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe werden, in diesem Zusammenhang die Verödung der Innenstädte nach der Pandemie zu verhindern.

Home-Office: Immobilienpreise in Speckgürteln steigen

Bedingt durch die Corona-Pandemie arbeiten immer mehr Menschen im Home-Office – dies wird Folgen für die Büroimmobilien haben. Allerdings hält sich die Nachfrage nach Büroräumen, zumindest in guten Lagen, aktuell noch konstant und übersteigt sogar das Angebot.

Werden die Home-Office-Regelungen auch nach der Pandemie in vielen Unternehmen beibehalten, ist es jedoch wahrscheinlich, dass Speckgürtel der Großstädte, die über eine gute Infrastrukturanbindung verfügen, davon profitieren, denn die Pendeldistanz zum Arbeitsplatz ist dann weniger bedeutend für die Wohnortwahl.

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