Annuitätendarlehen in der Baufinanzierung

Das Annuitätendarlehen als wichtige Säule bei der Baufinanzierung:

Der Wunsch nach einem Eigenheim kann mit einem Annuitätendarlehen als Baufinanzierung erfüllt werden. Mit der Nutzung dieser Kreditform ist die monatlich zu zahlende Rate für den fixierten Zeitraum der Zinsbindung konstant und somit gut kalkulierbar. Die Planungssicherheit mit einem Annuitätendarlehen ist exzellent. Bei einigen Anbietern sind Sondertilgungen möglich, wodurch die Kreditlaufzeit verkürzt werden kann. Mit diesem Ratgeber erfahren Sie wichtige Details und Informationen zu einem Annuitätendarlehen.

Die wichtigsten Fakten von einem Annuitätendarlehen im Überblick:

  • eine hohe Transparenz und Kontinuität durch gleichbleibende Raten
  • die Flexibilität bei der Kreditlaufzeit zu Beginn des Darlehens
  • direkte Raten mit Tilgung von Beginn an
  • optionale Sondertilgungen.

Was ist ein Annuitätendarlehen?

Ein Annuitätendarlehen ist eine Kreditform mit konstanter Ratenhöhe während der Gesamtlaufzeit der Zinsbindung. Der Hauptvorteil und -grund für die Nutzung eines Annuitätendarlehens bei mehr als der Hälfte aller Baufinanzierungen Deutschlands ist die sehr hohe Planungssicherheit.

Wie ist die Funktionsweise von einem Annuitätendarlehen?

Im Zuge der Aufnahme des Kredites wird die Darlehenshöhe und Fixierung der Sollzinsen schriftlich fixiert. Es gibt die Möglichkeit durch die Kreditnehmerin bzw. den Kreditnehmer einen Zeitraum im Bereich von 5 und 30 Jahren zu wählen. Entsprechend dem Wunsch in Bezug auf die Planungssicherheit kann die Länge der Sollzinsbindung festgelegt werden.
Mit Start der Kreditlaufzeit wird die Höhe der Tilgung festgelegt. Wer sich hohe Raten leisten kann und den Kredit schneller abbezahlen möchte kann vertraglich eine höhere Tilgungsrate vereinbaren.

Auf Basis dieser Parameter berechnet das Kreditinstitut den Zinssatz und vereinbart dahingehend die monatlich zu zahlende Rate. Diese sogenannte Annuität (Zins + Tilgung) ist für die gesamte erste Phase der Zinsbindung gleich. In den meisten Fällen ist nach Ablauf der ersten Zinsbindung der Kredit noch nicht komplett zurückgezahlt. Die noch offene Restschuld wird mit der Anschlussfinanzierung beglichen. Dafür kann erneut Annuitätendarlehen genutzt werden.

Welche Hilfe bietet ein Annuitätenrechner?

Auf vielen Onlineseiten wird ein Annuitätenrechner zur Unterstützung bei der Berechnung der wichtigsten Kenngrößen offeriert. Mit diesem Annuitätenrechner kann bspw. die gewünschte Laufzeit unter Berücksichtigung der Ratenhöhe berechnet werden. Sämtliche weitere Parameter wie die Zinshöhe, den Rhythmus der Rückzahlungen sowie mögliche Sondertilgungen können in den Annuitätenrechner eingebunden werden. Für die Planung der monatlichen Annuität bzw. Belastung kann dieses Hilfsmittel eine gute Unterstützung darstellen. Die meisten Annuitätenrechner sind kostenfrei und unverbindlich.

Erläuterung der Begriffe Tilgung und Zins:

Der Begriff Tilgung ist der monetäre, im Regelfall monatlich zu zahlende Betrag, welcher die Darlehenshöhe reduziert und tatsächlich die Restschuld mindert. Die Tilgungshöhe wird mit dem Darlehensvertrag fixiert.

Bei dem Zins handelt es sich um den monetären Kostenanteil, welcher an die Bank gezahlt werden muss. Diese Diese Kosten können mit einem Leihbetrag verglichen werden. Ursächlich für die Leihgebühr ist das Verleihen von Geld durch das Kreditinstitut. Mit dem Zins ist im Regelfall ein Eurobetrag gemeint. Weiterhin wird im Zusammenhang mit einer Finanzierung oftmals von dem Zinssatz gesprochn. Hierbei handelt es sich um einen pozentualen Wert in Bezug auf den Kreditbertrag. Die Zinsshöhe hängt von einigen Fakoren ab, unter anderem der Bonität sowie dem Leitzinssatz der EZB.

Die Entwicklung des Verhältnisses von Zins und Tilgung:

Zu Beginn des Kreditvertrages ist der Zinsanteil innerhalb der Annuität größer als die Tilgungshöhe. Während der Baufinanzierung reduziert sich der Zinsanteil durch die zurückgezahlten Raten. Im gleichen Zuge steigt der Anteil der Tilgung kontinuierlich. Durch diese Konstruktion sichert sich der Kreditgeber am Anfang die Rückzahlung der eigenen Kostenpositionen durch die Zinsen.

Die Zinsen müssen auf Basis der Kredithöhe gezahlt werden und reduzieren sich mit jeder gezahlten Rate. Mit den Tilgungen sinkt die Restschuld. Bei dem Annuitätendarlehen ist Annuitätenhöhe montalich gleich. Aufgrund dessen sinkt mit fortlaufender Tilgung die Restschuldhöhe. Die hat zur Folge, dass sich die Zinsen innerhalb der Annuität reduzieren, wodurch sich der Anteil der Tilgung erhöht. Während der Laufzeit reduziert sich der Anteil der Zinsen exponentiell.

Tipps für ein gutes Annuitätendarlehen:

Ein zentrales Element für ein gutes Annuitätendarlehen ist der Vergleich im Vorfeld über die vorhandenen Angebote. Da aufgrund der Kreditsummen selbst kleine Abweichungen im Sollzins eine große Auswirkung haben, ist ein Preisvergleich immer zu empfehlen. Nur ein minimaler Unterschied in der zweiten Nachkommastelle kann je nach Darlehenshöhe schnell zu einer Diskrepanz von einigen tausend Euro führen.

Die Festlegung der Bindung der Sollzinsen ist ein weiterer wichtiger Parameter. In Phasen von Niedrigzinsen bei gleichzeitiger Wahrscheinlichkeit von bald ansteigenden Zinsen lohnt es sich, die Zinsbindung für einen längeren Zeitraum zu fixieren. Herrscht gerade eine Hochzinsphase und diese wird sich perspektivisch in eine Niedrigzinsphase wandeln, sollte eine kürzere Sollzinsdauer gewählt werden.

Was sind die größten Vorteile bei einem Annuitätendarlehen?

Die hohe Transparenz und Planungssicherheit über die komplette Kreditlaufzeit ist der Hauptvorteil. Mit den monatlich festgelegten Annuitätenhöhen kann die Kreditnehmerin bzw. der Kreditnehmer zu jedem Zeitpunkt mit der gleichen Kostengröße kalkulieren. Als weiteren Vorteil sind die möglichen langen Zinsbindungszeiträume zu benennen. Somit ist die finanzielle Planungssicherheit auch über viele Jahre gewährleistet. Durch die bei einigen Kreditinstituten verhandelbaren vorzeitigen Sondertilgungen ist zudem eine hohe Flexibilität gegeben.

 

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